KOSTENÜBERNAHME DURCH DIE KRANKENKASSE

Seit dem 1. März 2014 müssen sich Frauen nicht mehr an den Kosten für allgemeine medizinische Leistungen beteiligen, das gilt auch für Behandlungskosten bei Krankheiten, welche unabhängig von der Schwangerschaft auftreten. Zum Beispiel wie bei einer Grippe. Alle Kosten werden ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt von der Krankenversicherung übernommen.
Auf Leistungen bei Mutterschaft sind weder Franchise noch eine sonstige Kostenbeteiligung vorgesehen (Krankenversicherungsgesetz KVG, SR 321.10). Folgende Leistungen vergütet ihre Krankenkasse:

  • Kontrolluntersuchungen während einer normalen Schwangerschaft: Es handelt sich dabei um die von Ärzten oder Ärztinnen und/oder von Hebammen durchgeführten Untersuchungen. In der normalen Schwangerschaft werden sieben Untersuchungen und zwei Ultraschallkontrollen (durch den Arzt) übernommen.
  • Kontrolluntersuchungen bei einer Risikoschwangerschaft: die Hebamme kann, aufgrund eines ärztlichen Rezepts oder aufgrund des Risikokataloges so viele Untersuchungen wie notwendig sind, durchführen. Zwischen der sechsten und der zehnten Woche nach der Entbindung wird noch eine Kontrolluntersuchung durch den Arzt oder alternativ durch die Hebamme übernommen (Art. 13 KLV).
  • Die obligatorische Grundversicherung übernimmt einen Beitrag von 100 Franken für die Geburtsvorbereitung in Kursen, welche die Hebamme in Gruppen durchführt (Art. 14 KLV).
  • Entbindung und Geburtshilfe durch Arzt, Ärztin oder Hebamme: Die Schwangere kann frei wählen, ob sie zu Hause, in einem Akutspital oder einer Einrichtung der teilstationären Krankenpflege (Geburtshaus u.a.) gebären will.
  • Wochenbettbetreuung zu Hause in den 56 Tagen nach der Geburt im Rahmen von Hausbesuchen zur Pflege und zur Überwachung des Gesundheitszustandes von Mutter und Kind sowie zur Unterstützung, Anleitung und Beratung der Mutter in der Pflege und Ernährung des Kindes:
    1. Nach Frühgeburt, Mehrlingsgeburt, bei Erstgebärenden und nach einem Kaiserschnitt kann die Hebamme höchstens 16 Hausbesuche durchführen; in allen übrigen Situationen kann die Hebamme höchstens 10 Hausbesuche durchführen.
    2. In den ersten 10 Tagen nach der Geburt kann die Hebamme zusätzlich höchstens 5 weitere Zweitbesuche am gleichen Tag durchführen.
    Für zusätzliche Hausbesuche ist eine ärztliche Anordnung erforderlich.
  • Stillberatung. Drei Sitzungen (zeitlich nicht limitiert) werden von der Krankenkasse übernommen. Sie muss von Hebammen oder speziell in Stillberatung ausgebildeten Krankenschwestern oder Krankenpflegern durchgeführt werden (Art. 15 KLV)
  • Einige Krankenkassen bezahlen über die Zusatzversicherung ein Stillgeld in der Höhe von 100-250.-, wenn sie ihre Kind mind. 10 Wochen stillen.

Frist für die Anmeldung des Kindes bei einer Krankenkasse

Die Mutter verfügt über eine dreimonatige Frist, um ihr Baby bei einer Krankenversicherung anzumelden, auch wenn es krank ist. Sie kann sich also Zeit nehmen, um die Versicherung auszuwählen, die ihr am meisten zusagt. Das Kind wird dabei rückwirkend ab dem Tag seiner Geburt versichert.